SCHUFA will mit einem neuem Produkt Zahlungsausfälle im Versandhandel und eCommerce erheblich reduzieren.2.06.2004 - Privatinsolvenzen und Firmenpleiten auf Rekordniveau bei gleichzeitiger Konsumflaute - für Versandhäuser und Internethandel (eCommerce) in Deutschland schlechte Vorzeichen, um wirtschaftlichen Erfolg zu garantieren. Gerade deshalb rückt für viele Unternehmen die genaue Einstufung ihrer Kundenbonität immer stärker in den Vordergrund.
Dabei geht es einerseits für Universalversender wie Quelle oder OTTO um die Verfeinerung der Risikomanagementsysteme. Andererseits wird für viele mittelständische Spezialversender mit nur einem Produkt oder Produktbereich dieses Thema überhaupt erst interessant. "In dieser Kategorie gibt es noch erheblichen Nachholbedarf", erklärt Rainer Neumann, Vorstandsvorsitzender der SCHUFA HOLDING AG.
Deshalb hat das Wiesbadener Unternehmen ein neues Produkt entwickelt, das gestern erstmals auf dem SCHUFA-Kundentag "Risikomanagement im Versandhandel und e-Commerce" den 112 Teilnehmern vorgestellt wurde. Mit dem Credit-Bureau-Interface-Modul ("CBI"), einer internetbasierten Schnittstelle zwischen Vertragspartner und SCHUFA, können Unternehmen verschiedene SCHUFA-Dienstleistungen zur Bonitätsbeurteilung wie Kreditauskünfte oder Kundenscores einholen. CBI wurde eigens für die Bedürfnisse von Versand- und Internethändlern konzipiert, um eine kostengünstige, einfache und schnelle Kreditentscheidung zu ermöglichen.
Ertragssteigerung um bis zu 33 Prozent möglich Wie vorteilhaft solche Lösungen zur Kreditvergabe sind, hat die SCHUFA kürzlich auf Basis statistischer Berechnungen untersucht: Kombiniert ein Vertragspartner seine eigenen Kundeninformationen mit dem SCHUFA-Score des Kunden, lässt sich der Ertrag pro Kunde durchschnittlich um 33 Prozent steigern - von 27 auf 36 Euro.
Zahlungsstörungen - gerade bei 18- bis 39-Jährigen Gerade in der Altersgruppe mit dem höchsten Kreditrisiko wird der Versandhandel immer beliebter. Jeder zweite 18- bis 39-Jährige unter den rund 27 Millionen Versandhandelskunden in Deutschland kauft inzwischen per Katalog, Internet oder TV. Gleichzeitig ist in dieser Altersgruppe die Gefahr des Zahlungsausfalls besonders groß. Laut aktuellem Schuldenkompass der SCHUFA ist in dieser Altersgruppe jeder zehnte bis zwölfte Verbraucher mit einer Zahlungsstörung, d.h. einer offenen, ausreichend angemahnten und nicht bestrittenen Forderung, im Datenbestand des Unternehmens registriert. In keiner anderen Altersgruppe ist in Deutschland dieser Prozentsatz so hoch.
eCommerce: Hohes Umsatzwachstum, überdurchschnittliches Ausfallrisiko Besonders im Internethandel ist das Ausfallrisiko bis zu viermal höher als im klassischen Versandhandel, bei dem über Telefon oder per Post bestellt wird. Laut SCHUFA-Schätzungen liegt es zwischen fünf und acht Prozent der gesamten Bestellsumme von etwa 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2003. Grund: Das anonyme Online-Bestellverfahren scheint dazu zu führen, dass Internetkäufer ihre finanziellen Möglichkeiten nicht richtig beurteilen. "Daher rückt jetzt für viele Unternehmen das qualitative Wachstum nach teils zweistelligen Umsatzsteigerungen im eCommerce der vergangenen Jahre in den Mittelpunkt ihrer Strategien. Denn viele Anbieter können bei geringen Gewinnmargen Zahlungsausfälle nicht einfach mehr durch Umsatzsprünge kompensieren", erklärt Neumann.
Gleichzeitig wird das Internet für kleine und mittelständische Unternehmen als Absatzweg immer wichtiger. "Zum Zuge kommt daher der Anbieter, der Kunden schnell und bequem Waren oder Dienstleistungen bei kalkuliertem Risiko liefern kann", so Neumann weiter. Mit dem neuen CBI-Modul der SCHUFA wird der Verkauf via Internet nicht nur risikoärmer, sondern gleichzeitig auch kundenfreundlicher. Denn damit wird in vielen Fällen erst das Einkaufen per Rechnung oder Lastschrift möglich. Zusätzlich lassen sich die Einkauflimits erhöhen. "Ein Vorteil, der gerade im Internet immer entscheidender für den Wettbewerb wird", ist sich der SCHUFA-Chef sicher.
Quelle: Pressemitteilung der SCHUFA; www.schufa.de Was ist die SCHUFA? Eine Selbstdarstellung: "Die SCHUFA verfügt über 330 Millionen Einzeldaten zu 60 Millionen Personen. Dieser Datenbestand ist einzigartig - sowohl in seiner Aktualität als auch in der Reichweite. Die Leistungspalette der SCHUFA reicht von der "klassischen Auskunft" bis hin zum hoch komplexen Decision Support System. Mit unserem Produktangebot stützen wir die Entscheidungen unserer Vertragspartner und helfen bei der Vermeidung von finanziellen Risiken - es ist modular aufgebaut und kann bausteinweise genutzt werden." (Stand: 25.04.2005)
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